Stadt Büdingen

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Eberhard - Bauner - Allee 16
63654 Büdingen
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Homepage: http://www.buedingen.net

 

In der östlichen Wetterau am Fuße des Vogelsberges entwickelte sich aus einer staufischen Wasserburg die spätere ysenburgische Residenzstadt Büdingen zum Mittelpunkt einer ausgedehnten Waldlandschaft. Ihren Charakter als Kreisstadt verlor sie anfangs der siebziger Jahre im Zuge der Verwaltungsreform.

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts errichtete ein fränkischer Grundherr in Anlehnung an seinen Herrenhof eine hölzerne Eigenkirche, die er keinem geringeren als dem merowingisch-fränkischen Nationalheiligen Remigius weihen ließ. Er war es, der als Bischof von Reims um das Jahr 496 n. Chr. den Frankenkönig Chlodwig taufte. Er genoss schon zu seinen Lebzeiten einen legendären Ruf und starb, wie es heißt, „in seiner Heiligkeit". Sein Kult und sein Patrozinium verbreiteten sich während der fränkischen Landnahmezeit sehr rasch im Eigenkirchenwesen des fränkischen Adels.

Zum Schutze des ausgedehnten, vermutlich in der Zeit der Salier eingerichteten Wildbannes zwischen Kinzig und Nidder, dem hohen Vogelsberg und dem römischen Pfahlgraben hatte man schon sehr früh auf einer Insel zwischen zwei Seemenbacharmen eine feste Wasserburg errichtet. Sie wird zwar erst 1219 erstmals in einer Urkunde erwähnt, doch sind wesentliche Teile unverkennbar älter. Untersuchungen weisen sie in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Ihre Besitzer waren die Herren von Büdingen, die auch das Burggrafenamt in der nahen Kaiserpfalz Gelnhausen ausübten. Sie galten als treue Anhänger der Staufer, waren Oberforstmeister im Büdinger Reichswald und Lehensinhaber der Wildbannrechte. Um 1247 starb das Geschlecht mit Gerlach II., dem ersten Landvogt in der Wetterau, aus. Seine Lehen und Besitzungen gingen nach Ganerbenrecht auf seine vier Schwiegersöhne (Kempenich, Hohenlohe, Trimberg und Breuberg) und das mitberechtigte Haus Ysenburg über. Die Stammburg der Ysenburger stand im Sayntal unweit von Koblenz. Bereits im 12. Jahrhundert sind sie besitzrechtlich in der Wetterau nachweisbar.

Sämtliche Rechte und Lehen über den Büdinger Wald und einen Teil der benachbarten Gerichte gelangten mit der Zeit durch Erbschaft, Kauf und Tausch in den Besitz des Hauses Ysenburg, bei dem sie bis zum Wiener Kongreß verblieben. Seit über 700 Jahren bewohnt dieses Geschlecht nun die einst staufische Wasserburg, das heutige Schloss.

Im Schutze dieser Burg siedelten sich Waldleute, Handwerker und vor allem Burgmannen mit ihren Knechten an. Allmählich wurde daraus ein kleiner Ort, das Tal, dessen Bewohner - die "alten delre" (die alten Talbewohner) ihn als Vorburg durch Wälle und Gräben wehrhaft zu machen suchten.

Bereits in einer Urkunde aus dem Jahre 1287, die sich auf einen Rechtsvorgang aus dem Jahre 1258 bezieht, wird neben anderen Städten und Burgen ausdrücklich Burg und Stadt (oppidum) Büdingen genannt. Wir dürfen annehmen, daß bereits damals mit dem Mauerbau begonnen worden war, wenn auch wesentliche Rechte einer Stadt noch fehlten. Erst 1330 erhielt Luther von Ysenburg, Herr zu Büdingen, für seine Stadt das Marktrecht. Büdingen - zwischen Mühlpforte und Karlspforte gelegen - die heutige "Altstadt", wuchs und blühte unter den Ysenburgern auf. 1353 gaben sie ihrer Stadt einen "Freiheitsbrief", den alle nachfolgenden Herren und Grafen aus dem Hause Ysenburg bestätigten und erneuerten. Die Zuziehenden fanden bald keinen freien Raum mehr hinter den schützenden Mauern und mußten sich davor ansiedeln. Ein neuer Stadtteil entstand vor der Karlspforte nach dem Pfaffenwald hin, der 1390 als "Neustadt" gegen eine jährliche Abgabe von 29 Gulden in den Stadt- und Festungsbezirk einbezogen wurde. Um die im 15. Jahrhundert veralteten Festungswerke zu verbessern, ließ Graf Ludwig II. um beide Stadtteile einen neuen Mauerzug mit Toren und Türmen anlegen, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts fertiggestellt war. Die Schwäche der veralteten Anlagen war während der Mainzischen Stiftsfehde und der anschließenden Fuldischen Fehde (1462/64) gar zu deutlich geworden.

In dem Maße, in dem sich die Stadt weitete, die Bewohner sich mehrten, wuchs auch das Bedürfnis ein angemessenes Gotteshaus zu haben. Die eine halbe Stunde Wegs entfernte St. Remigiuskirche lag zu weit ab und war in den unsicheren fehdereichen Zeiten nicht ohne Gefahr zu erreichen. Deshalb ließ Heinrich von Ysenburg die 1367 bereits vorhandene hölzerne Marienkapelle 1377 in Stein aufführen. Doch einhundert Jahre später genügte auch sie nicht mehr den Ansprüchen. Sie wurde deshalb in den Jahren zwischen 1476 und 1495 erweitert und in ihrer heutigen Form aufgeführt. Die „Pfarrkirche" drunten im Großendorf verwaiste immer mehr und fristete nach der Reformation ihr unbeachtetes Dasein als Totenkirche.

Zahllos sind die Baudenkmäler, die Büdingen dem 15. und 16. Jahrundert zu verdanken hat. Hand in Hand mit dem Herrenhaus, welches die Burg - das spätere Schloss - immer mehr durch Um- und Neubauten zu einem architektonisch bedeutsamen Bauwerk gestaltete, daneben Witwen- und Burgmannensitze schuf, arbeitete das Bürgertum an der künstlerischen Ausgestaltung des gesamten Stadtbildes. Der Oberhof, das Steinerne Haus, die beiden prachtvollen Rathäuser, das Gasthaus "Zum Schwan" und viele Bürgerhäuser mit ihren schmuck gestalteten Fachwerken, Giebeln, Erkern, Treppenaufgängen und Inneneinrichtungen sind beredte Zeugen dafür.

Der Dreißigjährige Krieg mit all seinen Ängsten, Nöten und Schrecken ließ auch das Büdinger Land zur Einöde werden. Wenn auch die Ysenburger anfangs neutral waren, so wurde ihr Land doch nicht verschont, denn Einquartierungen, Durchmärsche und Fouragelieferungen blieben nicht aus und rissen nicht ab. Mit dem Eintritt Schwedens in den Krieg änderte sich die Lage. Die Söhne des hochangesehenen Grafen Wolfgang-Ernst 1. traten auf die Seite von Gustav Adolf. Nach dessen Tode hatte die Grafschaft sehr zu leiden. Ganze Dörfer wurden entvölkert und die letzte Habe der wenigen zurückgebliebenen Bewohner vernichtet.

In Büdingen setzten die unheilbringenden Hexenprozesse ein: zwar waren bereits im 16. Jahrhundert Frauen als Hexen verklagt und 1632 von elf Angeklagten neun hingerichtet worden, doch die Jahre 1633/34 stellten alles in den Schatten. Von 118 beklagten Personen entgingen nur vier dem "schändlichen Tod". Zu all dem Elend kam 1635 noch die Pest, die 512 Tote forderte. Nicht lange danach wurde die Grafschaft und auch die Stadt Büdingen als verwirktes Reichslehen eingezogen und bis 1643 der Landgrafschaft Hessen unterstellt. Von den einst 1600 in Büdingen lebenden Bewohnern wurden bei Friedensschluß nur noch knappe 400 gezählt.

Nur schwer konnte sich Büdingen von all den Schicksalschlägen erholen. Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts lagen ganze Stadtteile nieder. Die Brände von 1590 und während des Krieges hatten zu große Lücken in den Häuserbestand gerissen. Daher rief 1712 Graf Ernst Casimir I. durch sein bekanntes Toleranzedikt zur Ansiedlung auf. Gewissensfreiheit, unparteiische Justiz, Freiheit von Fronden und Leibeigenschaft, freies Bau- und Brennholz wurde den Ankömmlingen neben vielen anderen Vergünstigungen zugesichert. Das Ergebnis blieb nicht aus. Bis 1725 entstand, nachdem die Baulücken innerhalb der Mauern geschlossen waren, ein neuer Stadtteil vor dem Jerusalemer Tor, die Vorstadt. Unter den Neusiedlern, die aus allen Herren Ländern kamen, waren Sektierer, Waldenser und Separatisten. Unweit der Stadt, auf dem Haag, entstand eine Ansiedlung der Herrnhuter Brüdergemeinde. Graf Zinzendorf war 1736 in das Büdinger Land gekommen, bezog zunächst die Ronneburg und gründete wenig später mit seinen Glaubensbrüdern die Mustersiedlung Herrnhaag. Langes Verweilen war der Gemeinde infolge verschiedener Querelen mit der gräflichen Verwaltung nicht vergönnt. Bereits 1750 mußten sie die Ansiedlung wieder verlassen. Ein 1959 gegründeter "Förderverein der Freunde des Herrnhaags" hat sich die Wiederherstellung des Grafen- und Schwesternhauses zur Aufgabe gemacht und schon Fortschritte erzielt.

Büdingens Bürger waren von jeher Ackerbürger. 1731 lebten in der Stadt und den Vororten Großendorf, Hinterburg und Schmitten 2093 Personen. Zu ihrer Viehhaltung gehörten 44 Pferde, 66 Ochsen, 362 Kühe und Kälber, 89 Ziegen und 363 Schweine. Nachrichten über das Federvieh sind uns aus diesem Jahr allerdings nicht überliefert.
 


Diese Adresse muss nicht mit dem Veranstaltungsort identisch sein.

Veranstaltungen:

Felix – Das Musical

Cocomico Theater & Medienproduktion Köln

25.09.2009 16:00 - 18:00

Willi-Zinnkann-Halle, Eberhardt-Bauner-Allee, Büdingen

 

"Sophies Geburtstag! ... Auweia, beinahe hätte ich den vergessen. Der ist ja bald - und ich hab noch kein Geschenk... Was ich Sophie wohl schenken könnte? - Jawohl, ich hab´s! Ich werde Sophie einen Weltgeburtstag schenken, einen Geburtstag aus aller Welt. Ich bring ihr mit, wie Kinder in anderen Ländern Geburtstag feiern!"
Und so fliegt Felix mit seinem Koffer einmal um den Globus, um seine weltbeste Sophie mit den schönsten Geburtstagsbräuchen und - liedern aus aller Welt zu überraschen. Auf seiner Reise durch fünf Kontinente erlebt er manches Abenteuer, lernt viel Wunderbares über die fernen Länder unserer Erde und trifft jede Menge neue Freunde.
Auch das ein oder andere Souvenir hat er auf dem Rückweg für Sophie dabei, und so wird ihre Geburtstagsfeier ein echter Hit!...

Geeignet für Kinder ab 4 Jahren!

Teil 1: ca. 45 Minuten
Pause: ca. 20 Minuten
Teil 2: ca. 45 Minuten
 

Weitere Informationen unter: www.cocomico.de 

 

Veranstalter: Kulturamt Büdingen, Planet Zukunft Büdingen



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